„Woher haben Sie meine Nummer?“: ehrlich antworten in der Kaltakquise

Warum es auf diese Frage nur eine gute Antwort gibt, drei Sätze für den Kaltanruf, was die DSGVO und das UWG dazu sagen und was Sie tun, wenn die Person keine Anrufe mehr möchte.

So klingt der Einwand auch: „Wie kommen Sie an meine Daten?“, „Wer hat Ihnen meine Nummer gegeben?“

Wann der Einwand fällt

In der ersten Minute eines Kaltanrufs, oft verärgert. Manchmal auch neugierig, wenn die Person sich nicht erinnert, die Nummer weitergegeben zu haben.

Was dahintersteckt

  • Die Person fühlt sich gestört und will das zeigen.

    Woran Sie es erkennen: Am Ton, und oft folgt: „Ich möchte nicht angerufen werden.“

  • Eine echte Frage nach der Quelle.

    Woran Sie es erkennen: Sie hört die Antwort ab und reagiert darauf: „Ach, von der Messe.“

  • Sorge um den Umgang mit ihren Daten.

    Woran Sie es erkennen: Sie fragt nach, was Sie sonst noch über sie gespeichert haben.

So antworten Sie

Was in [Klammern] steht, ersetzen Sie durch Ihre eigenen Angaben.

  1. „Ehrlich gesagt: [von Ihrer Website / aus dem Ausstellerverzeichnis der Messe / Herr X hat Sie empfohlen].“

    Die einzige gute Antwort ist die wahre. Wer die Quelle nicht nennen kann, sollte die Nummer nicht anrufen.

  2. „Ich verstehe, dass so ein Anruf überrascht. Soll ich Sie aus unserer Liste nehmen, oder darf ich in einem Satz sagen, warum ich anrufe?“

    Lässt die Wahl und nimmt die Verärgerung ernst. Wer Nein sagen darf, hört den einen Satz eher an.

  3. „Bei uns sind [Name, Firma und Telefonnummer] gespeichert, sonst nichts. Wenn Sie möchten, lösche ich das.“

    Wer nach Daten fragt, will wissen, was gespeichert ist. Eine konkrete Antwort beruhigt mehr als jede Beteuerung.

Was Sie besser nicht sagen

  • „Das spielt doch keine Rolle.“

    Für die Person spielt es eine Rolle, und sie hat Anspruch auf die Antwort.

  • Eine Quelle erfinden.

    Fliegt beim ersten Nachfragen auf und beendet nicht nur dieses Gespräch.

  • Weiterreden, nachdem die Person keine Anrufe will.

    Ein Widerspruch gegen weitere Werbeanrufe ist zu beachten. Wer danach wieder anruft, tut das ohne Einwilligung.

Wenn der Einwand bleibt

Will die Person nicht angerufen werden: bedanken, die Nummer sofort auf die Sperrliste setzen und das dokumentieren. Fragt sie, welche Daten Sie über sie gespeichert haben, beantworten Sie das vollständig.

Häufige Fragen

Muss ich sagen, woher ich die Nummer habe?

Ja, ehrlich. Wer nach der Herkunft seiner Daten fragt, hat nach Art. 15 DSGVO Anspruch auf die verfügbaren Informationen darüber. Abgesehen davon beendet jede andere Antwort das Gespräch schneller als die Wahrheit. Keine Rechtsberatung.

Was mache ich, wenn jemand keine Anrufe mehr möchte?

Die Nummer sofort auf die Sperrliste setzen und das dokumentieren. Der Nutzung für Direktwerbung kann jede Person widersprechen (Art. 21 DSGVO). Danach wieder anzurufen ist nicht zulässig. Keine Rechtsberatung.

Darf ich Nummern von Firmenwebsites für die Kaltakquise nutzen?

Im B2B ist ein Werbeanruf nur mit zumindest mutmaßlicher Einwilligung erlaubt (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG): Es muss einen konkreten Grund für die Annahme geben, dass das Unternehmen an Ihrem Angebot interessiert ist. Dass die Nummer öffentlich ist, reicht dafür allein nicht. Keine Rechtsberatung.

Weitere Einwände

Alle Einwände im Überblick, mit zwei Antworten je Einwand →Methoden der Einwandbehandlung: von der Rückfrage bis zur Vorwegnahme →